Grundstücksmarktbericht 2024 für Siegen: Immobilienpreise geben weiter nach

Dem Gutachterausschuss für Grundstückswerte in der Universitätsstadt Siegen wurden im letzten Jahr 757 Kaufverträge durch die Notare eingereicht. Dies entspricht einem Gegenwert von rd. 140 Mio. Euro bzw. einer Fläche von rund 44 Hektar. Dabei kamen einige Immobilienteilmärkte mächtig unter Druck.

Diese und viele weitere Informationen zum Immobilienmarkt in der Universitätsstadt Siegen können dem neu veröffentlichten Grundstücksmarktbericht 2024 des Gutachterausschusses für Grundstückswerte in der Universitätsstadt Siegen entnommen werden.

Die Anzahl der verkauften Ein- und Zweifamilienhäuser lag im vergangenen Jahr bei 274 und damit nur leicht unter dem Niveau des Jahres 2022 (283). Der durchschnittliche Kaufpreis fiel von 274.000 Euro auf 251.000 Euro - ein sattes Minus von 8,5 Prozent. Das Preisniveau entsprach damit dem des Jahres 2020. Die Anzahl der Verkäufe von Mehrfamilienhäuser ging von 80 auf 56 Objekte zurück.

Ein deutlicher Rückgang wurde ebenfalls bei der Anzahl der verkauften Eigentumswohnungen im Weiterverkauf verzeichnet. Hier ging die Anzahl der Kauffälle um 14 Prozent von 174 auf 150 Wohnungen zurück. Der durchschnittliche Preis fiel um 5 Prozent von 2.060 Euro/m² auf 1.950 Euro/m². Damit setzte sich der im vierten Quartal 2022 begonnene Abwärtstrend fort.

Eine deutliche Zurückhaltung wurde ebenfalls bei den Neubau-Eigentumswohnungen registriert. Lediglich 4 Objekte wurden im Jahr 2023 verkauft. Im Jahr 2021 waren es noch 11 und 2016 noch 61 Wohnungen.

Auf Baugrundstücke für Ein- und Zweifamilienhäuser entfielen lediglich 21 Kauffälle und damit ähnlich wenige wie im Vorjahreszeitraum (20 Bauplätze). Im Jahr 2021 wurden hingegen noch 60 Bauplätze gehandelt. Der durchschnittliche Preis eines Bauplatzes blieb konstant bei 75.600 Euro. Dies entspricht einem durchschnittlichen Preis von 139 Euro/m² bzw. einem leichten Rückgang um 6 Euro/m² gegenüber dem Vorjahr. Gleichzeitig wurden für einige wenige Baugrundstücke Preise deutlich oberhalb des Bodenrichtwertes registriert. Ein ähnlich zurückhaltender Trend zeigt sich auch bei Baugrundstücken für den Geschosswohnungsbau und den Gewerbegrundstücken mit nur jeweils 2 Kauffällen. Im Ergebnis bedeutet dies eine Stagnation bei den Bodenrichtwerten. Der Gutachterausschuss führt dies auf die allgemeine Marktverunsicherung bei weiterhin hohen Kreditzinsen und Baukosten zurück.

Grundlage für die veröffentlichten Zahlen bildet die beim Gutachterausschuss geführte Kaufpreis-Sammlung. Notare sind gesetzlich verpflichtet, dem Gutachterausschuss Abschriften der jeweiligen Kaufverträge zur anonymisierten Auswertung zu übersenden. Um eine möglichst genaue Statistik zu erhalten, sind von der Auswertung Verträge ausgenommen, bei denen angenommen wird, dass sie von außergewöhnlichen oder persönlichen Verhältnissen beeinflusst wurden. Dies ist zum Beispiel bei Verkäufen innerhalb der Familie, bei Erbschaftsauseinandersetzungen oder bei Schenkungen der Fall. Mit den erfassten Daten ist der Gutachterausschuss als unabhängige Landeseinrichtung in der Lage, die tatsächlichen Kaufpreise statistisch auszuwerten, wohingegen in vielen Internetportalen lediglich Angebotspreise verglichen werden können.

Auf Grundlage der erhobenen Grundstücksdaten des Jahres 2023 hat der Gutachterausschuss die Bodenrichtwerte zum Stichtag 1. Januar 2024 für Baugrundstücke beschlossen. Die Bodenrichtwerte sind bezogen auf einen Quadratmeter eines Grundstückes; sie werden in sogenannten Bodenrichtwertzonen klassifiziert. Diese beschreiben ein Gebiet mit im Wesentlichen gleichen Nutzungs- und Wertverhältnissen. Neben den Bodenrichtwerten für Wohnbauland wurden auch Richtwerte für Mischgebiete, Gewerbeflächen sowie für land- und forstwirtschaftliche Grundstücke ermittelt.

Im Ergebnis wurden alle Bodenrichtwerte unverändert beibehalten. Lediglich forstwirtschaftliche Grundstücke stiegen von 0,70 Euro/m² auf 0,80 Euro/m².

Die absoluten Spitzenpreise für Wohnbaugrundstücke in Siegen werden somit nach wie vor am "Bürbacher Giersberg" und am "Siegener Giersberg" mit durchschnittlich 250 Euro/m² gezahlt. Zum Vergleich: Die Bodenrichtwerte für Wohnbebauung in den sonstigen guten Wohnlagen von Siegen liegen bei ca. 160 bis 200 Euro pro Quadratmeter.

Die Bodenrichtwerte sind in der Bodenrichtwertkarte dargestellt, die kostenlos im Internetportal des Landes Nordrhein-Westfalen unter www.boris.nrw.de eingesehen werden kann. Die dort dargestellten Informationen erfreuen sich großer Beliebtheit; sie werden in NRW pro Monat über 10 Mio. Mal angeklickt.

Zu finden sind dort auch die "Grundstücksmarktberichte" des Gutachterausschusses in der Universitätsstadt Siegen sowie die Berichte aller weiteren Gutachterausschüsse im Land NRW. Der Grundstücksmarktbericht gibt Auskunft über den jeweiligen Grundstücksmarkt und enthält Angaben über den Umsatz und die Preisentwicklung der letzten Jahre. Er leistet einen wesentlichen Beitrag zur Verbraucherinformation und verschafft Laien und Fachleuten einen transparenten Einblick in den regionalen Grundstücksmarkt. Er ist nicht zuletzt wichtige Grundlage für die Bewertung von Immobilien im Ankaufs-, Verkaufs- oder Beleihungsfall.

Weitere Informationen sind bei der Geschäftsstelle des Gutachterausschusses in der Universitätsstadt Siegen im Rathaus Geisweid, Lindenplatz 7, Zimmer 3 bis 5, telefonisch unter (0271) 404-3240 oder (0271) 404-3260 und per E-Mail unter gutachterausschuss@siegen-stadt.de erhältlich.